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Monday, 2 May 2016

Es geht nicht um Politik, sondern um Ethik.


In Deutschland leben wir ja momentan in einer Zeit in der man eventuell Angst haben muss was man sagt, wie man es formuliert und zu wem man es sagt. Man kann schnell auf Ablehnung stoßen, hitzige Gespräche anregen und den schönen Abend mit Freunden verlassen - mit einem Freund weniger. Genau das ist mir an diesem Wochenende passiert. Da ich in Nordrhein-Westfalen lebe und gedacht habe, dass hier die Nazi-Dichte nicht so hoch ist, habe ich niemals gedacht, dass sich ein kleiner Nazi unter meinen "Bekannten" befindet. Aber bevor ich anfange zu berichten, möchte ich gerne eins klar stellen: Menschen mit rassistisches, homophoben, erz-konservativen & traditionellen Werten gehören generell zu den Menschen, mit denen ich nicht reden möchte und nicht reden kann. Denn ich habe gemerkt, dass selbst Fakten und Erklärung, nur auf dumme Antworten, "Schein-Wahrheiten" und Ignoranz treffen - die typischen Stammtisch-Parolen also.

Also, ich hatte einen schönen Samstagabend. Wir haben die neue Sendung von Joko & Klaas geguckt und alles war toll. Ich, mein Freund, meine Schwester, ihr Freund und ein "Kumpel" den wir durch unsere Freunde kennen gelernt haben. Seit 3 1/2 Jahren war uns nicht bewusst was für ein Arschloch immer dabei war.

Jedenfalls, als die Sendung vorbei war, liefen Nachrichten und es wurde über den AfD-Parteitag berichtet. Ich hasse die AfD so extrem, dass ich eigentlich immer sowas sage wie: "Alle AfD-Wähler sind dumme ungebildete (ja ich weiß synonym) Drecks-Nazis" "Nazi-Partei" und so weiter und so fort. Ich muss einfach immer meinen geballten Hass über diese Gruppieren von hasserfüllten, menschenverachtenden, in Hinsicht auf Geschichte, Ethik und Tolerant ungebildetet und komplett nutzlosen Menschen, raus lassen. Allein die Existenz solcher Gruppieren & Menschen macht mich so wütend, weshalb ich einfach meine Gedanken niederschreiben muss. Was am Wochenende passiert ist, hat mich einfach zu tiefst geschockt.

Ich sitze also da, beleide leidenschaftlich die Afd und meine Schwester macht natürlich mit. Dann höre ich jedoch "Ach ja?" von diesem bestimmten und Menschen und *klack* - der Schalter hat bei mir direkt umgelegt. Jeder normale Mensch würde mitmachen und diese Idioten beleidigen. Aber nein, er redet was davon, dass die auch gute Ansätze haben und dass die gar nicht rechts sind und keine Nazis und dass die Frauke Petry ja gut ist. Ich konnte erst einmal nichts sagen, weil der Schock groß war und alles was ich danach rausbekommen habe waren 3 Themen: 1. Beatrice von Storch (eine meinte er kennt sie nicht - gut gebildet der Junge... *Ironie*), 2. Schießbefehl (er meinte, dass sei von der "Lügenpresse" falsch berichtet worden. Sie meinte nur, dass das ok ist, wenn die Flüchtlinge die Zäune überrennen. Dies sei rechtlich erlaubt. Ich dann nur "Selbst wenn. In Amerika ist auch die Todesstrafe erlaubt, trotzdem ist das ethisch nicht vertretbar.". Und ich habe ihn darauf hingewiesen das Beatriche von Storch selbst auf Kinder und Frauen schießen würde. Dazu kam nichts), 3. die sind homophob, wollen die Medien einschränken und wieder traditionelle veralterte Werte vermitteln.

Für den letzten Punkt brauchte er keine Ausrede. Er hasst nicht nur Muslime, weil für ihn der Islam auch der Feind ist und alles was damit zu hat, nein, er ist homophob. Er ist für die "traditionelle Ehe" und findet, dass ein homosexuelles Paar sich doch einen Hund anschaffen kann. Ich bin bei diesem Thema sehr empfindlich, denn um es deutlich, etwas überspitzt mit einem Augenzwinker darzustellen: ich bin ein toleranter, linker, demokratischer Bunt- und Gutmensch, der in Menschen weder Hautfarbe, noch Religion, noch Herkunft, noch Sexualität sieht, sondern DEN MENSCHEN! Ich sehe nicht eine große Masse "Muslime" oder "Flüchtlinge". Das sind Menschen! Jeder für sich, jeder einzelne ist ein Mensch! Und ich finde "einzelne Menschen" erst scheiße, wenn sie etwas beschissenes tut. Zum Beispiel intolerant sein, rassistisch, homophob, nationalistisch oder so scheiße erzählen wie "Deutschland ist nicht allein Schuld für den 2. Weltkrieg" - ja das durfte ich mir anhören. Und das war als Geschichts-LKer sehr schlimm.
Jedenfalls bin ich ein Mensch mit einem großen Gerechtigkeitssinn, ein Mensch der irgendwann mal anderen Menschen helfen will, der für Gleichberechtigung ist und für Liebe zwischen Menschen, für Respekt zu einandner. Ich bin nicht naiv und weiß, dass es immer Vollidioten geben wird, aber ich werde dafür kämpfen Menschen zu helfen, dass z.B. Schwarze nicht mehr diskriminiert werden, homosexuelle Paare heiraten und Kinder adoptieren dürfen - weil das ein verdammtes Recht ist! Meine Güte, wir kommen als Heten zur Welt und andere eben als Homosexuelle. Das ist die Natur! Was sollen diese Menschen denn machen? Die kommen so zur Welt! So wie ich eben auf die Welt gekommen bin wie ich bin.
Man kann sich nicht entscheiden ob man Weiß oder Schwarz ist, Homosexuell oder Heteresexuell (usw. ;D), sich in seinem Körper wohl fühlt oder doch lieber Mann oder Frau ist usw. Aber man kann sich dafür entscheiden, ob man - um mal Pocohantos frei zu zitieren - sich für den Weg des Hasses entscheidet oder für den anderen Weg.

Ich bin schockiert, dass selbst mein Opa - der über 80 Jahre alt ist - toleranter ist als dieser Mensch. Mein Opa ist weder rassistisch, noch homophob. Er ist total für die gleichgeschlechtliche Ehe und meint, dass jeder Mensch das Recht hat Mensch zu sein. Ich bin stolz auf meine Familie, denn wir denken alle so.

Leider sind manche Menschen einfach dumm, denn nur das kann es sein. Seine Brüder sind nämlich tolerant und sagen sogar zu ihm "Dem darfst du in dem Punkt gar nicht zu hören". Wahrscheinlich haben sie Recht, aber ich kann bei solchen Aussagen von dem Vollidioten nicht ruhig sein. Ich bin immer noch so wütend und mich verfolgt das so. Das ein 31-Jähriger Maschinenbau-Student solche Ansichten vertritt.

Er meinte dann noch, dass nur "dumme Menschen Religionen folgen". Ich habe gelacht. Ich bin ebenfalls Atheist und kritisiere die Institution Kirche, Extremisten und diese Hardcore-Christen die nicht verstehene können, dass anderen nicht an die Bible glauben, stark. Ich bin kein Freund von Religion und verstehe es auch einfach nicht. Jedoch kann ich verstehen, wenn Menschen aus Religion Kraft ziehen und daran glauben, solange diese Menschen jedoch weiterhin in der Lage sind Religionen und die Kirche kritisch zu betrachten. Denn wenn diese Fähigkeit verloren geht, dann nerven mich diese Menschen auch. Jedoch kenne ich auch jemanden der an Gott glaubt, jedoch aus der Kirche ausgetreten ist und kritisch bleibt. Warum sollte man sowas verbieten oder schlecht machen? Ich bin für die Religionsfreiheit, die im Grundgesetzt steht. Diese wird natürlich nicht umgesetzt, denn die katholische Kirche hat zu viel Macht, denn in Deutschland gibt es zu viele nicht- oder andersgläubige Menschen.
Kurz zurück: er meinte ja, dass religiöse Menschen dumm sind. Für mich sind rassistische, homophobe, konservative, traditionelle AfD-Wähler noch ein ganzes Stück dümmer.

Jedenfalls bin ich schockiert und war danach so aufgewühlt. Es ist wirklich eine Schande.

Beim Verabschieden meinte er "Komm gut nach Hause, Politik beiseite". Ich konnte nicht lachen. Ich meinte nur: "Es geht nicht um Politik, sondern um Ethik. Tu mir nur einen Gefallen und tritt den Menschen offen entgegen." - das war natürlich nur ein Wunsch der nicht in Erfüllung gehen wird. Manche könnten vielleicht solche Menschen noch "ertragen" und "mit ihnen reden wenn sie dabei sind". Für mich sind Rassismus und Homophobie, die beide zu viele Todesopfer gefordert haben und weiter fordern, ein No-Go, weshalb dieser Mensch für mich sozusage auf einer Schwarzen Liste steht. Da kommen auch alle Menschen drauf, die das Wort "Paralellwelten" oder - ernst und als Kritik gemeint - das Wort "Gutmenschen" benutzen. Als Beleidung versteht sich.

Ich bin gerne ein Gutmensch oder Buntmensch. Das bedeutet, dass in meinem Herzen Liebe sitzt und kein Hass gegenüber dem Fakt, dass Menschen mit einer gewissen Sexualität oder Herkunft geboren werden.
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